Niersteiner Geschichte

Die Schwabsburg
 
Lage der Burg: an einer nach Mommenhein führenden Römerstraße.
 
Strategische Bedeutung:
Im Zusammenspiel mit der Burg Oppenheim (später Burg Landskrone) zum Schutz des Reichsgutes und zum Machtausbau der Staufer errichtet.
 
Ausdehnung der Burganlage:
Bergfried aus Buckelquadern ist noch fast in ganzer Höhe erhalten. Das oberste Geschoss fehlt. Überliefert sind auch ein Speisesaal und ein Fischteich. Im 17. Jahrhundert entstand eine Ansicht von Mattias Merian mit Turm, Umfassungsmauer mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und steinerne Brücke.

    Schwabsburg

 
Besatzung der Burg:

Burgkommandant war der Oppenheimer Reichsschultheiß, dem auch die Landskrone unterstand. Ständige Burghut: 3 Ritter, die auch Burgmannen in Oppenheim oder Schöffen des Niersteiner Rittergerichtes waren. Die Burgwache wurde als Torwache, Turmwächter oder Pförtner von der bürgerlichen Besatzung unterstützt.
 

Grundriß

Grundriss des Burghofes der Schwabsburg

  

Maueranlage

 

Zeittafel:

1125 - 1245/50  
vermutliche Erbauung der Burg. Wer sie errichtete, ist nicht bekannt. Der Bergfried wurde aus Kalkstein gebaut, nicht wie sonst üblich aus farbigen Sandstein.
1246
Die Verwaltung der Burg wurde vom König an ein Geschlecht übertragen, das den Namen der Burg trug.
1257
erste urkundliche Erwähnung der Burg durch König Richard von Cornwall, der dem Rheingrafen Werner die Schwabsburg belehnte.
1274
Besitzer der Burg ist Philipp der Ältere von Hohenfels.
1315
verpfändete König Ludwig Oppenheim und Nierstein mit samt ihrer Burgen an den Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt.
1353
gab Erzbischof Gerlach die Schwabsburg zurück.
1356
verpfändet Kaiser Karl IV. die Burg an Mainz.
1367
verpfändet König Wenzel mit anderen Gütern die Schwabsburg an Pfalzgraf Ruprecht I. Sie blieb bis zum Ende des 18. Jahrhundert in der Verfügungsgewalt der Kurfürsten von der Pfalz.
1620
im 30jährigen Krieg zerstören die Spanier unter Feldherr Spinola die Burg.
1689
nach Brillmayer wurde die Schwabsburg zusammen mit der Burg Landskrone während der Besetzung der Pfalz durch die Franzosen am 31. Mai 1689 zerstört.
1799
bestehende Mauern, zerstörte Wohn- und Wirtschaftsgebäude werden versteigert und abgerissen.

 

   
 
Blick auf den Bergfried und Burghof
 

Blick vom Bergfried auf den Burghof

Blick vom Bergfried auf den Burghof

 

Merian 1650

Merian 1650

 

Axel Schwarz, Februar 2007