Aktuelles

Besichtigung des Postmuseums in Erbes-Büdesheim am 12. November 2022

GVN

Manfred Hinkel, erster Vorsitzender des „Vereins für Postgeschichte in Rheinhessen e.V.“, hatte uns schon vor etwa zwei Jahren zu einem Besuch ins Postmuseum eingeladen.

Ein Wasserschaden im Gebäude kam dazwischen und hatte auch schwerwiegende Schäden an den Ausstellungsstücken verursacht: etliche Exponate mussten von Fachfirmen restauriert werden, diverse Exponate wurden in private Räume ausgelagert, ein Teil der Museumsräume ist zurzeit immer noch nicht begehbar.

Trotzdem hat uns Manfred Hinkel an einem Samstag im November eingeladen und eine Führung, extra für den Geschichtsverein Nierstein, in dem momentan etwas dezimierten Museum ermöglicht.

Mit einer kleinen Gruppe fuhren wir am 12. November, 14 Uhr, dann von Nierstein aus nach Erbes Büdesheim. Zu Beginn der Besichtigung hat uns Manfred Hinkel die Entwicklung des Postverkehrs vom Postreiter des 16. Jahrhunderts bis hin zum heutigen Briefboten erläutert.

Zu sehen waren historische Postuniformen aus der Thurn und Taxis-Zeit – das Adelsgeschlecht begründete das europäische Postwesen – bis 1985. Zu sehen waren auch alte, noch funktionsfähige Fernschreiber oder eine Postschalter-Tür. Herr Hinkel erklärte uns verschiedene Briefkästen, teilweise noch aus der Napoleonischen Besatzungszeit: Warum war mancher dieser Briefkasten rot – und ein anderer Kasten blau lackiert? Über diverses Spielzeug, Betriebsschilder und vieles andere mehr konnte uns Herr Hinkel jeweils eine spannende Geschichte darlegen. Die Zeit verging wie im Flug. Zum Abschluss haben wir uns noch im Gästebuch eintragen dürfen.

Nach dem Museumsbesuch fuhren wir mit Herrn Hinkel nach Flonheim zum Landhotel Strubel-Roos. Dort waren im hoteleigenen Weincafé bereits Plätze für uns reserviert. Wir genossen Kaffee sowie leckeren Kuchen und Torten. Nach dem sich Herr Hinkel von uns verabschiedet hatte, sind wir auch bald nach Hause aufgebrochen und waren gegen 18:30 Uhr wieder in Nierstein.

Der Organisator dieser Exkursion, Peter Ebling, resümierte: „Solche Exkursionen erweitern den Horizont. Gerade auch zum interessanten Thema Post, die jeder heute wie selbstverständlich nutzt, Hintergründe und Geschichte zu erfahren, lässt manchen einen anderen Blick auf unsere fleißigen Brief- und Paketboten werfen.“

     

     

Lesung und Musik zum Jahrestag der Novemberpogrome

GVN

Am 9. November 2022 erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Haus der Gemeinde Nierstein einen unter die Haut gehenden Abend anlässlich des Jahrestags der Novemberpogrome. Johanna Stein, Autorin und Mitglied des Geschichtsvereins, las aus der Erzählung von Jakob Picard (1883–1964) „Joselmanns schwerste Stunde“.

Picard war ein jüdischer Schriftsteller, der 1940 unter dramatischen Umständen aus Deutschland in die USA floh und 1958 zurückkehrte. In seiner Erzählung „Joselmanns schwerste Stunde“ schildert er, wie Josel von Rosheim (1478–1554) zu spät den Ort erreicht, in dem Bewohner eines Dorfes aufgehetzt durch falsche Ritualmord-Beschuldigungen alle ihre jüdischen Mitbürger auf Scheiterhaufen verbrannt hatten.

Joselmann war eine herausragende jüdische Persönlichkeit, er setzte sich immer wieder vehement für die Bestätigung kaiserlicher Privilegien zum Schutz der jüdischen Gemeinde ein. Die antijüdische Stimmung damals wurde durch Martin Luther erheblich angeheizt. Ein Gespräch mit Josel lehnte Luther brüsk ab.

Zwar behandelt diese Erzählung eine Begebenheit aus dem 16. Jahrhundert, doch präsentiert sie sich erschreckend zeitlos: Gesellschaftliche Veränderungen hatten eine allgemeine Verunsicherung bewirkt, aus der heraus zum wiederholten Male eine feindselige antijüdische Stimmung erstarkte und sich ausbreitete.

Johanna Stein und Jörg Adrian, der den Abend moderierte, machten deutlich, dass es eine Minderheit war, die gewalttätig wurde, eine große Mehrheit dieses aber zuließ, indem sie nicht frühzeitig einschritt. So mahnten sie zu Wachsamkeit und Engagement gegen jegliche Form des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit. „Nach dem 9. November 1938 gab es kein jüdisches Leben mehr in Deutschland. Wie vielfältig und lebendig dieses aber einmal gewesen sein muss, lässt sich für uns heute oft nur erahnen“, sagte Jörg Adrian, im Geschichtsverein für die Gedenkarbeit verantwortlich. Auch in den Kommentaren und Gesprächen nach dem Vortrag wurde deutlich betont, „wie wichtig es ist, immer wieder einmal die Tür ein wenig aufzustoßen und einen noch so kleinen Blick auf das zu werfen, was einmal war und so nicht mehr sein wird.“

Musikalisch begleitet wurde die Lesung von Ulli Becker (Gesang und Gitarre) mit stimmungsvollen und sehr bewegenden Liedern. Zum abschließenden „Hevenu Shalom Alechem – Wir wollen Frieden für alle“ stimmten alle Gäste mit ein. Viele sagten danach, sie haben mit den Tränen der Rührung gekämpft.

Auf dem Foto: Jörg Adrian, Ulli Becker, Johanna Stein und Dr. Susanne Bräckelmann

     

     

Rechts vom Rhein war auch noch Nierstein - Vortrag zu den Rheinauen war voller Erfolg

GVN

Im gut besuchten Gemeindezentrum hielt Anfang Oktober Constantin Mussel auf Einladung des Geschichtsverein Nierstein einen Vortrag über die Rheinauen.

Dabei ging es um die Inseln und Uferstreifen, die im Laufe der Zeit durch den mäandernden Rheinstrom und das Zusammenwirken von Natur und Mensch entstanden sind. Jede Aue, oft mehrere Kilometer lang, hat eine eigene Geschichte. Auen hatten wirtschaftliche Funktionen und waren aufgrund herrschaftlichen Besitzes oft Konfliktherd.

Denn diese fruchtbaren Landstriche – oft als „Grünes Paradies“ bezeichnet – dienten der Viehzucht, der Holzgewinnung, der Heuwirtschaft, dem Ackerbau oder dem Fischfang, waren Weiden und Viehtränken und Lieferanten für Sand und Kies. Daher waren sie als Prestigeobjekt entsprechend heiß begehrt und somit umstritten und umkämpft.

An ausgewählten Niersteiner Rheinauen, wie dem Kornsand, dem Goldgrund oder der Ludwigsaue, zeichnete Mussel deren Bedeutsamkeit nach. Sein detaillierter Vortrag war reich bebildert und anhand der historischen Landkarten und Zeichnungen konnten sich die Zuhörer ein Bild der Ereignisse im 13. bis 16. Jahrhundert (und darüber hinaus) machen.

Constantin Mussel (Jahrgang 1987) lebt in Trebur, hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert und arbeitet als Studienrat in Flörsheim. Er forscht seit Jahren an der Geschichte der Rheinauen und plant seine Dissertation zu diesem umfangreichen Thema.

Die mehr als 40 Gäste hörten fasziniert zu und die dem Vortrag folgende Diskussion ging noch weiter ins Detail. Dr. Susanne Bräckelmann, 2. Vorsitzende des Geschichtsvereins, dankte „für den faktenreichen Vortrag, insbesondere auch für das Aufzeigen der vielfältigen Zusammenhänge z. B. zum Metternichhof oder zum Geismarer Hof.“

Fototext:
Das Präsent, das Susanne Bräckelmann dem Referenten Constantin Mussel übergab, symbolisierte die drei Gemeinden, die einst Besitz auf den Niersteiner Rheinauen hatten: Wein aus Nierstein und Schwabsburg sowie Brot, gebacken in Dexheim. Foto: Heiner Bräckelmann

     

     

Neuer Raum für das Archiv des Geschichtsvereins

GVN

Das Stadt-Archiv im Rathaus der Stadt Nierstein wird seit 2020 von der 2. Vorsitzenden des Geschichtsverein Nierstein, Dr. Susanne Bräckelmann, als Archivbeauftragte der Stadt grundlegend neu strukturiert.

Im Dachgeschoss des Rathauses werden künftig nur noch aktuelle Akten für die laufende Verwaltungsarbeit aufbewahrt, sowie Akten, für die es „festgelegte Aufbewahrungsfristen“ gibt. Nach Ablauf von 30 Jahren werden diese Akten vom Landesarchiv Speyer geprüft und entschieden, ob sie in den Bestand des Niersteiner Stadtarchivs übernommen oder vernichtet werden können.

In diesem Zusammenhang hat der Geschichtsverein die historischen Zeitungsbestände des Rathaus-Archivs in seine eigenen Archivräume übernommen.

Sie bleiben aber weiterhin Eigentum der Stadt und sie werden nicht vom Landesarchiv Speyer archiviert, da es sich um Druckwerke, also mehrfach vorhanden, handelt und sie zum Teil auch in Bibliotheken zugänglich sind. Als Quelle für historische Forschungen vor Ort sind diese Zeitungen jedoch sehr wertvoll.

Zur Lagerung der historischen Zeitungsbände hat die Stadt dem Geschichtsverein die alte Atemschutzgerätewerkstatt ...

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Geschichtsverein Nierstein stiftet Info-Tafel für die Sophienkirche

GVN

200 Jahre ist es her, dass die Sophienkirche in der Niersteiner Rheinstraße im Zuge der evangelischen Kirchenunion aufgegeben wurde.

Anlass für den Geschichtsverein Nierstein e.V., dem Weingut Altbürgermeister Gustav Strub eine Info-Tafel zur Geschichte der Sophienkirche, der ersten evangelisch-lutherischen Kirche in Nierstein, zu stiften.

Wo einst die Kirche war, sind nun Weingut und Gutsschänke beheimatet. Die Kirche wurde nach ihrer Stifterin Anna Sophia von Haxthausen benannt und bestand von 1729 bis 1822.

Susanne und Thomas Strub, die Besitzer des Weinguts, freuten sich, die informative Tafel vom 1. Vorsitzenden des Vereins, Hans-Peter Hexemer, und der 2. Vorsitzenden Dr. Susanne Bräckelmann, die den Text der Tafel verfasst hat, in Empfang zu nehmen (v. links). So können Gäste und Besucher im Gutshof künftig mehr über die Entwicklung und frühere Bestimmung des Anwesens erfahren.

Ausführlich wird die Geschichte dieser Kirche in der nächsten Ausgabe der Niersteiner Geschichtsblätter (Dezember 2022) nachzulesen sein.

Foto: Heiner Bräckelmann

     

     

Susanne Bräckelmann ist neue Niersteiner Weinschöffin

GVN

Mit Dr. Susanne Bräckelmann wurde ein weiteres Mitglied aus den Reihen des Geschichtsvereins zur Niersteiner Weinschöffin ernannt.

Die Erhebung in den Weinschöffenstand ist eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt Nierstein und wurde seit 1976 bisher 57-mal vergeben. Susanne Bräckelmann ist die siebte Frau, die als Weinschöffin Botschafterin für Nierstein, seinen Wein und seine Kultur wurde.

Ihre Wahl erfolgte einstimmig durch den Stadtrat. Die Überreichung der Insignien – Urkunde und Stadtsiegel am Band – und der Schöffenschlag durch Ritter Hundt von Saulheim erfolgten im Stadtpark zu Beginn des Winzerfestes.

Gewürdigt wird zugleich der ehrenamtliche Einsatz von Susanne Bräckelmann im Geschichtsverein Nierstein, wo sie als 2. Vorsitzende und Verantwortliche für die Geschichtsblätter wirkt, wie auch ihr Engagement zur Rettung beschädigter Urkunden des Niersteiner ...

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Besondere Verdienste: Axel Schwarz mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet

GVN

Landrätin Dorothea Schäfer überreichte Axel Schwarz, Schatzmeister des Geschichtsverein Nierstein, die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, die ihm von Ministerpräsidentin Malu Dreyer für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement verliehen wurde.

Die Landrätin freute sich bei der Übergabe der Auszeichnung in einer kleinen Feierstunde: „Ihr jahrzehntelanges Engagement für die Kultur- und Heimatforschung wird heute zurecht entsprechend gewürdigt. Vielen Dank für Ihren Einsatz.“

Als Wahl-Niersteiner gehörte er 1997 zu den Gründern des Geschichtsvereins Nierstein und wirkt seitdem im Vorstand mit.

Als Schatzmeister verwaltet er die rund 300 Vereinsmitglieder und als Betreuer des Fotoarchivs u. a. die Dokumentation der jährlichen Reisen des Vereins. Außerdem baute er die Website mit auf und schrieb regelmäßig Texte für ...

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2022 – Sommerkulturreise Köln – Reisebericht

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Das Interesse an der Sommerkulturreise 2022 war nach zweijähriger Corona-Pause riesig. Diese Exkursion nach Köln führte die rund 40 Reiseteilnehmer auf die Spuren des Adelsgeschlechts der Metternichs, Konrad Adenauers, der Römer in Köln und des Kölner Karnevals. Ein abwechslungs- und umfangreiches Programm erwartete die Reiseteilnehmer auf dieser Exkursion im 25. Jubiläumsjahr.

Am Freitag, 22. Juli 2022, ging es pünktlich mit dem Reisebus los zur ersten Station. Nach einem kurzen Päuschen bei „Weck, Woscht, Woi“ landeten wir wie geplant im Benediktinerkloster Maria Laach. Das im Jahr 1093 gegründete Kloster am Ufer des Laacher Sees beherbergt auch heute noch fast 30 Mönche, die wir bei ihrem Mittagsgebet begleiten durften.

Eigentlich waren wir dort, um zu erfahren, warum Konrad Adenauer, Oberbürgermeister von Köln von 1917 bis 1933 und erster Bundeskanzler Deutschlands, im Jahr 1933 dort Zuflucht vor den Nationalsozialisten suchte und für zwei Jahre „Bruder Konrad“ wurde. Unser Gastgeber sprach dazu in einem kurzweiligen Vortrag und die anschließende Klosterführung – auch in Bereiche, die nicht für Jeden zugänglich sind – gaben viele historische Einblicke und auch ...

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Die Sophienkirche und ihre drei starken Frauen

GVN

Drei starke Frauen aus der Familie von Haxthausen lernten die gut 70 interessierten Gäste des Geschichtsverein Nierstein e.V. beim Vortragsabend im Weingut Gustav Strub kennen.

Dieses Anwesen in der Rheinstraße, das viele nur als traditionelles Weingut kennen und wahrnehmen, war einst die erste evangelisch-lutherische Kirche in Nierstein.

Dr. Susanne Bräckelmann, zweite Vorsitzende des Vereins, stellte in einem anregenden und kurzweiligen Vortrag dar, wie es zu dieser Kirchengründung kam. Unter dem Einfluss der Kurfürsten, die sich im Laufe der Zeit wechselnden Konfessionen anschlossen, hatten sich in Nierstein zwei evangelische Bekenntnisse, das lutherische und das reformierte, herausgebildet.

Nachdem die Lutheraner zu Beginn des 18. Jahrhunderts kein eigenes Gotteshaus hatten, sich zum Gottesdienst im ehemaligen Rathaus treffen mussten, stiftete Anna Sophia von Haxthausen, Besitzerin des gleichnamigen Hofes in der Langgasse, der Gemeinde zwei Grundstücke in der Rheinstraße. Dort wurde 1729 die neue Kirche errichtet, die man ihr zu Ehren „Sophienkirche“ nannte.

Ihre beiden Cousinen Albertina Charlotta und Anna Maria von Haxthausen stifteten das dazugehörige Schulhaus (heute Weinstube) und das benachbarte Pfarrhaus (Rheinstraße 38).

Knapp 100 Jahre blieb diese kleine Kirche bestehen, dann wurde sie im Zuge der Union der beiden evangelischen Kirchen, die in Rheinhessen auf Initiative von neun Geistlichen im Jahr 1822 – also vor genau 200 Jahren – realisiert wurde, wieder aufgegeben und verkauft. Die Grabmäler der Haxthausen-Familie wurden in die Martinskirche gebracht, wo sie – zusammen mit der Grundsteinplatte der Sophienkirche – noch heute im Eingangsturm stehen.

In einen wenig bekannten Abschnitt der Niersteiner Kirchengeschichte führte Dr. Susanne Bräckelmann mit ihrem Vortrag zur Sophienkirche. Im Hof konnten die gut 70 Gäste mit Blick auf die roten Sandsteinbögen um die Fenster die Form der ehemaligen Kirchenfenster erahnen. Das spitzgiebelige frühere Schulhaus wurde direkt ans Kirchengebäude gebaut.
Foto: Hans-Peter Hexemer

     

     

Jubiläums-DVD bietet Rückblick auf 25 Jahre Niersteiner Geschichtsverein

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Einen Rückblick auf 25 Jahre Vereinsgeschichte hat jetzt der Geschichtsverein Nierstein in seinem Jubiläumsjahr vorgelegt.

Aus kleinen Anfängen wuchs der Verein zu einer Institution in Sachen Niersteiner Stadtgeschichte, der sich durch vielfältige Aktivitäten einen Namen gemacht hat. Sei es durch Forschung und Publikationen, Vorträge und andere Veranstaltungen, Pflege örtlicher Kulturdenkmäler oder eine ausgeprägte Gedenk- und Erinnerungsarbeit.

Der Jubiläumsrückblick, der die Säulen der Vereinsarbeit mit Texten und vielen Bildern darstellt, legt der Verein nicht in einer Jubiläumschrift vor, sondern bietet seinen Mitgliedern und allen geschichtsinteressierten Niersteinern auf einer DVD diesen Rückblick auf seine Aktivitäten an. Darin wird berichtet über die mehr als 300 Veranstaltungen.

Den überaus gelungenen Rückblick hat Schatzmeister Axel Schwarz in Form einer Powerpoint-Präsentation gestaltet.

„Er holt viele Ereignisse, die bei langjährigen Mitgliedern im Hinterkopf schlummern, wieder hervor; jüngere Mitglieder und alle, die sich für den Geschichtsverein interessieren, werden einen bislang nicht vorhandenen umfassenden Einblick in 25 Jahre Geschichtsverein erhalten.“ empfiehlt Vorsitzender Hans-Peter Hexemer die DVD. Der Verkaufspreis der Jubiläumsbilder-DVD beträgt 9,50 €, zuzüglich 2,00 € Versandkosten.

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Geschichtsverein Nierstein feierte 25jähriges Bestehen:

GVN

Für die Kulturszene wertvoll und unverzichtbar

Sieben Gründerinnen und Gründer des Geschichtsvereins konnten bei der Feierstunde für ihre Initiative zur Gründung und ihr Engagement für den Verein mit einem Ehrenzeichen besonders gewürdigt werden. 2. Vorsitzende Susanne Bräckelmann sprach ihnen Dank und Anerkennung aus, besonders jenen drei Mitgliedern, die noch heute dem Vorstand angehören.

Zu diesen gehört 1. Vorsitzender Hans-Peter Hexemer, der deutlich machte, dass man damals die eigene Geschichtsbegeisterung auf andere habe übertragen wollen, die städtische und regionale Geschichte vom Rand in den Mittelpunkt rücken und die Geschichte weiter erforschen und vermitteln wollte. Zunächst sei es darum gegangen, den kleinen Verein zu etablieren. Von der heutigen Mitgliederzahl von rund 300 habe man kaum zu träumen gewagt. Der Geschichtsverein aber habe sich in 25 Jahren fest ...

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Das historische Gedächtnis bewahren

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Niersteiner Geschichtsverein erhält Zuschuss für die Restaurierung des Stadtarchivs

Nierstein. Es geht wieder einen Schritt voran: 15.000 Euro erhält der Geschichtsverein Nierstein von der Landesstelle Bestandserhaltung in Koblenz (LBE) für die Restaurierung schwer geschädigter Archivalien aus dem Niersteiner Stadtarchiv.

Die Fördermittel des Landes fließen, erläutert Dr. Susanne Bräckelmann, zweite Vorsitzende des Geschichtsvereins und Archivbeauftragte der Stadt, erneut in die Restaurierung der historischen Gerichtsprotokolle aus dem 18. Jahrhundert.

Diese Protokolle liegen über einen Zeitraum von 100 Jahren kontinuierlich vor und stellen damit nicht nur für Nierstein, sondern auch überregional eine bedeutende Quelle dar. Sie bieten Forschern und anderen historisch Interessierten detaillierte Einblicke in das Leben der Menschen im 18. Jahrhundert.

Die Themen sind vielfältig, sie reichen von Auswanderung und Ämterbesetzung über Einquartierungen, Grenzstreitigkeiten und Polizeiverordnungen bis hin zu Zunftsachen.

Bei den Restaurierungsaktionen der Jahre 2020 und 2021 konnte bereits der größte Teil dieser Gerichtsprotokolle bearbeitet werden. Die letzten vier noch fehlenden Akten (rund 1.500 Blätter) können nun dank der zugesagten Fördermittel restauriert werden. Wie bei jeder Förderung ist eine Eigenbeteiligung Voraussetzung. Rund 3.250 Euro ...

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Gunda Trepp
Gebrauchanweisung gegen Antisemitismus

 

Sie können das Buch im Buchhandel erwerben (ISBN 978-3-534-27418-5)

oder zum Preis von 20,- € zzgl. Versandkosten direkt beim Geschichtsverein bestellen.

 

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Vom Hass, der nicht verschwinden will

GVN

Gunda Trepp spricht im Geschichtsverein Nierstein über den Antisemitismus als eine spezifische Form der Diskriminierung

Sie sei eine „jew by choice“ sagt sie von sich selbst, habe sich immer schon für jüdische Ethik und Spiritualität interessiert, sei vor vielen Jahr bewusst zum Judentum übergetreten und engagiere sich in ihrer Synagoge in San Francisco, wo sie seit langem lebt: Gunda Trepp ist nicht das erste Mal in Nierstein und fühlt sich sichtlich wohl, als sie von Hans-Peter Hexemer als langjährige Freundin herzlich im Haus der Gemeinde begrüßt wird.

Gunda Trepp stellt auf Einladung des Geschichtsvereins Nierstein ihr neues Buch „Gebrauchsanweisung gegen Antisemitismus“ vor, sie nennt es eine „Handreichung zum Kampf gegen den jahrtausendealten Hass“, der nie ganz verschwunden sei, sich sogar in jüngerer Zeit ...

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Aus der AZ vom 21. März 2022: „Für Frieden und Solidarität“

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Reinigung der Stolpersteine in Nierstein auch als Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine
Von Bina Stutz

Otto Augustin beugt mehrmals im Jahr seine Knie vor den ehemaligen Bewohnern des Hauses Rheinstraße 12. Er reinigt die sechs Stolpersteine der Familien Koch und Hirsch, für die er die Patenschaften übernommen hat. Gekannt hat der 75-Jährige diese jüdischen Mitbürger nicht, die vor mehr als 80 Jahren vertrieben, verschleppt, ermordet wurden.

Aber es ist dem alten Herrn eine Herzenssache, die Messingsteine im Bürgersteig sauber und lesbar zu halten, als eine ehrende und mahnende Botschaft. Das treibt auch Hans Hofmann an. Er betreut Steine an Marktplatz und Tempelhof. Ehemals im Vorstand des Geschichtsvereins verantwortlich, hat er, Jahrgang 1944, diese Aufgaben in jüngere Hände gegeben, aber die Pflege der Stolpersteine ist ihm eine Ehrensache. „Das Verlegen allein, als Geste, das darf es nicht sein“, bekennt er.

„Von den 55 Stolpersteinen, verlegt seit 2013, hat nur ein Dutzend keine festen Paten“, sagt Jörg Adrian, seit den Neuwahlen im Geschichtsverein Nierstein als Nachfolger von Dr. Joachim Allmann zuständig für Gedenk- und Erinnerungsarbeit und den Arbeitskreis Stolpersteine. Der Lehrer am Gymnasium in Alzey hat den gemeinsamen „Frühjahrsputz“ der Stolpersteine organisiert. „Diese Steine, Stolpersteine, sollen wachrütteln und aufmerksam machen auf Verfolgung, Vertreibung, Ausgrenzung, persönliche Einzelschicksale mit realen Namen verknüpft, herausgelöst aus der unermesslich großen Zahl der Opfer in Anonymität.“ Das ist sein Anliegen. Als Niersteiner und Geschichtslehrer ist er dem Thema verbunden. 18-jährig hat Adrian mit seinem Essay „Die Fähre“ die sogenannten Kornsandmorde vom 21. März 1945 aufgegriffen und erfolgreich an einem bundesweiten Jugendwettbewerb teilgenommen.

Zahlreiche Ehrenamtliche, bis auf einen Vertreter der Realschule dem Geschichtsverein aktiv verbunden, haben sich am Samstagvormittag auf dem Marktplatz zum Saubermachen eingefunden. Hans-Peter Hexemer, der Vereinsvorsitzende, betont: „Es ist unsere Pflicht, dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte wachzuhalten. Wir können Führungen zu den Stolpersteinen auch unter unterschiedlichen Aspekten anbieten: Familien, Straßenabschnitte, Handwerker und Händler.“

Der Verein pflegt eine Kooperation mit der Realschule. So hat eine zehnte Klasse im Vorjahr nach einer Projektwoche die Steine geputzt. Hexemer erinnert sich: „Als ich in die Gesichter der Schüler mit Migrationshintergrund sah, wurde mir bewusst, hier geht es zwar um unsere deutsche Geschichte und Erinnerungskultur, aber sie haben in ihren entfernten Heimaten solche Gräuel in ihren jungen Leben selbst erfahren. Und heute, Putins Krieg. Krieg in Europa mit Tod, Verwüstung und Flucht. Das ist nicht Vergangenheit. Kein abgeschlossenes Kapitel, sondern brutale Aktualität. Wir setzen mit der Aktion heute ein Zeichen für Frieden und Solidarität.“

Vier neue Paten haben sich an diesem Samstag zur dauerhaften Pflege zur Verfügung gestellt. Dennoch werde man auf diesen jährlichen gemeinsamen Termin nicht verzichten. Und es gibt weitere Pläne. „Wir möchten gerne das alte Tor zur ehemaligen Metzgerei an der Rheinstraße 12, dahinterliegend in der zweiten Reihe, wieder herrichten lassen. Spendengelder können uns unterstützen“, gibt er seiner Hoffnung Ausdruck.


Ralf Martens (links) und Christian Busch reinigen den Stolperstein von Jakob Schuch (1913-1942) in der Oberdorfstraße 70.

     

     

Eine Besatzungszeit mit Licht und Schatten

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Geschichtsverein Nierstein eröffnet Wanderausstellung im Rathaus

Wie facettenreich die zwölf Jahre andauernde Besatzung im heutigen Rheinland-Pfalz und damit auch in Nierstein war, davon konnten sich die zahlreichen Gäste bei der Eröffnung der neuen Ausstellung des Geschichtsvereins Nierstein in der Riesling-Galerie des Rathauses selbst ein Bild machen.

Dr. Ute Engelen vom Institut für Geschichtliche Landeskunde (IGL), das zusammen mit der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz die Wanderausstellung erstellt hatte, zeigte in ihrer anregenden Einführung anhand etlicher Beispiele aus privaten Quellen, dass es große Unterschiede bei der Wahrnehmung der Besatzung gab und es durchaus Ansätze zur Versöhnung nach dem verheerenden Ersten Weltkrieg gegeben hatte. Aufgrund des Erlebten war das für die französischen Besatzungstruppen, die auch in Nierstein und Schwabsburg vor Ort waren, deutlich schwieriger ...

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Empfang anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Hans-Peter Hexemer

GVN

Es waren viele, die in das Niersteiner Haus der Gemeinde gekommen waren, um mit Hans-Peter Hexemer das ihm von Bundespräsident Steinmeier verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zu feiern. Für sein beispielhaftes Engagement in den vielfältigen Bereichen des öffentlichen Lebens hatte Wissenschaftsminister Clemens Hoch ihm am Nachmittag in Mainz die Auszeichnung überreicht. Damit Freunde, Weggefährten und Mitstreiter ebenso Anteil nehmen konnten, lud die Stadt Nierstein gemeinsam mit dem Geschichtsverein, der SPD und der Arbeiterwohlfahrt am Abend zu einem Empfang ein.

Stellvertretend für den erkrankten Bürgermeister Jochen Schmitt würdigte Otto Schätzel als Erster Beigeordneter die kommunalpolitische Tätigkeit des Ordensträgers und stellte dessen besondere Fähigkeiten, seinen steten Ideenreichtum und sein außerordentliches Engagement heraus, das er immer bewundert und von dem Nierstein viel profitiert habe.

Kathrin Anklam-Trapp, die SPD-Landtagsabgeordnete und Initiatorin der Ordensverleihung, sagte: „Mit Deinem humanistischen Denken und Handeln bist Du, lieber Hans-Peter, für Nierstein, für Rheinhessen, für Rheinland-Pfalz ein Geschenk.“ In allen Bereichen habe Hexemer sich stets mit Herz, Ideen und Leidenschaft eingesetzt. Für die Würdigung unserer Demokratiegeschichte und eine lebendige Erinnerungskultur setze er sich unermüdlich ein. „Dass dies so erkannt wurde, erfüllt uns alle mit Freude.“ ...

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Verdienste im kommunalen Bereich: Hans-Peter Hexemer erhält Verdienstkreuz am Bande

GVN

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Hans-Peter Hexemer aus Nierstein das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein beispielhaftes Engagement in den vielfältigen Bereichen des öffentlichen Lebens verliehen. Wissenschaftsminister Clemens Hoch überreichte ihm die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde.

„Hans-Peter Hexemer hat mit seinem Einsatz und seiner Persönlichkeit viele nachhaltige Impulse gesetzt. Sein ehrenamtliches Engagement streckt sich auf viele Bereiche wie der Kommunalpolitik oder langjährige Mitgliedschaften in Ortsvereinen.

Besonders hervorzuheben ist sein unermüdlicher Einsatz für das Ansehen der Opfer der NS-Diktatur sowie das Benennen der NS-Verbrechen und der Täter. Ihr Engagement verdient hohen Respekt und Anerkennung“, sagte Wissenschaftsminister Hoch.

Hans-Peter Hexemer war bis zu seinem Ausscheiden aus dem Landesdienst 2018 in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landtagsverwaltung tätig, zuletzt als Leiter der Gruppe „Kommunikation und Neue Medien“. In seiner Heimatstadt Nierstein engagiert er sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich u.a. als Mitglied im Verbandsgemeinderat Nierstein-Oppenheim und als Mitglied im Gemeinde- bzw. Stadtrat Nierstein. Mit großem Engagement ist er im Geschichtsverein Nierstein aktiv, seit 1997 als stellvertretender Vorsitzender und seit 2013 als erster Vorsitzender.

In diesem Zusammenhang hat er die Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit schwierigen Kapiteln der lokalen Geschichte angeregt und aktiv mit erarbeitet, etwa die Geschichte der Verfolgungen der Niersteiner Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft in der Zeit des Nationalsozialismus. Von der Landeszentrale für politische Bildung wird sein kenntnisreicher und unermüdlicher Einsatz für das Ansehen der Opfer der NS-Diktatur sowie das Benennen der NS-Verbrechen und der Täter sehr geschätzt. Im Bereich der Gedenkarbeit ist er seit Jahrzehnten erfolgreich tätig und nicht zuletzt seinen Bemühungen ist es zu verdanken, dass das alljährliche Gedenken an die Opfer der Kornsandverbrechen mittlerweile durch ein breites gesellschaftliches Bündnis erfolgt.

Während seiner früheren beruflichen Tätigkeit war er auch für die jährlichen Gedenksitzungen des Landtages am 27. Januar zuständig, hat die jährlichen Schulbesuche der Abgeordneten rund um den 9. November mitgestaltet und mit dem Gedenkstättenreferat der LpB die organisatorische Vorbereitung und Durchführung der Plenarsitzungen zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus geleitet. In zahlreichen örtlichen Vereinen ist oder war er als Mitglied aktiv, so u.a. von 1980 bis 2005 als Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Nierstein sowie derzeit im Vorstand der Stiftung Mathildenhof Nierstein.

Text: Wissenschaftsministerium Rheinland-Pfalz

     

     

Mitgliederversammlung bestätigt einstimmig bisherigen Vorstand

GVN

Zufriedene Mitglieder durch erfolgreiche Arbeit und eine harmonische Stimmung herrschte bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Geschichtsvereins Nierstein e.V., die im Haus der Gemeinde am 04. März mit zahlreichen Mitgliedern stattfand. Mit der Tätigkeit des Vorstandes zeigten sich Mitglieder so einverstanden, dass durch einstimmigen Beschluss auf eine Neuwahl verzichtet und dadurch der bisherige Vorstand, bestehend aus elf Personen, für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wurde.

Aufgrund der gestiegenen Mitgliederzahl – mittlerweile zählt der Verein 289 Mitglieder – wurde zusätzlich Jörg Adrian (51) aus Nierstein, Historiker und Gymnasiallehrer, einstimmig als weiterer Beisitzer in den Vorstand gewählt.

In seinem Jahresbericht 2021 stellte Hans-Peter Hexemer, 1. Vorsitzender, die vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen vor, die unter Einhaltung des jeweils gültigen Coronaregeln durchgeführt werden konnten: manchmal dezentral, manchmal virtuell oder als Videokonferenz – aber auch mit Publikum live unter freiem Himmel. Besonders begeisterte das Konzert „Mit leichter Muse gegen das Vergessen“ mit Liedern aus den 1920er und 1930er Jahren vor 140 Gästen im Stadtpark sowie der Rundgang mit Hans-Peter Hexemer „Wo man in Nierstein früher noch einkaufen konnte“, der aufgrund der hohen Nachfrage sogar wiederholt wurde. Viele Gäste besuchten den Vortrag zur Flottenpropaganda des Kaiserreichs „Schwarze Gesellen auf dem Rhein“ von Bernd Ellerbrock und den Vortrag „Die Geschichte der Post in Nierstein und Schwabsburg“ mit Manfred Hinkel. Die Ausstellung im Rathaus „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Kampf für Freiheit und Republik“ wurde von Kurt Beck, Ministerpräsident a.D. eröffnet.

Ein neues Informationsblatt, initiiert durch Joachim Allmann, bis dato verantwortlich für Gedenkarbeit, das zum Rundgang „Gegen das Vergessen“ animiert, führt zu den 55 Stolpersteinen, die in Nierstein verlegt wurden und erläutert die einzelnen Gedenkstationen. Auch die neue Ausgabe der jährlich erscheinenden Geschichtsblätter (Nr. 27), 122 Seiten stark und reich bebildert, bietet den Interessierten wieder viel Lesestoff quer durch die Jahrhunderte. Susanne Bräckelmann, 2. Vorsitzende, wurde im vergangenen Jahr für ihre wertvolle, unermüdliche, ehrenamtliche, wissenschaftliche Forschungsarbeit und ihr Engagement mit dem „Ehrenbrief der Stiftung Kultur“ von Landrätin Dorothea Schäfer geehrt.

Der Bericht des Schatzmeisters wurde von den Kassenprüfer*innen mit „gut gearbeitet“ und „Prüfbericht einwandfrei“ attestiert und verabschiedet, Entlastung von der Versammlung einstimmig erteilt.

Weiter wurde die anstehende Sommerkulturreise vom 22. bis 24. Juli 2022 nach Köln angesprochen, zu der es noch einige wenige freie Plätze gibt. Interessierte sollten sich zügig anmelden. Außerdem berichtete Susanne Bräckelmann auf Wunsch der Anwesenden vom Fortgang der Arbeit an den unzähligen, einmaligen Schriftstücken aus der Stadtgeschichte – mit aussagestarken Fotos, z.B. vor, während und nach der Restaurierung der Archivalien.

Der Tagesordnung vorangestellt war eine Minute des Gedenkens an den kürzlich mit 90 Jahren verstorbenen Dr. Johannes Zimmermann, der den Verein 1997 mitgründete und bis 2013 dessen Vorsitzender war. Gleichermaßen gedachten die Anwesenden der Opfer des derzeit wütenden Angriffs Russlands auf die Ukraine.

Vorsitzender Hans-Peter Hexemer beendete die kurzweilige Mitgliederversammlung mit einem Blick auf das Jubiläumsjahr 2022: „25 Jahre Geschichtsverein sind ein guter Grund zu feiern, auf die geleistete Arbeit zur Erforschung und Vermittlung der Stadtgeschichte zurückzublicken und Anlass uns anzuspornen und zu motivieren für neue Projekte.“

     

     

1918-1930: Der gescheiterte Friede

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Geschichtsverein Nierstein zeigt Wanderausstellung im Rathaus

Im Gegensatz zur Besatzung 1945-1949 ist die Besatzungszeit nach dem Ersten Weltkrieg ein wenig bekanntes Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Dabei standen große Teile des heutigen Rheinland-Pfalz – so auch Nierstein – zwölf Jahre lang unter der Kontrolle einer französischen Militärregierung. Es war eine von Not und Härte geprägte Zeit, teilweise bewusst benutzt, um bestehende nationalistische Vorurteile anzustacheln und die Bemühungen um Ausgleich und dauerhaften Frieden zu hintertreiben.

Wie sah der Alltag der Menschen tatsächlich aus, wie lebte es sich in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg?

Dies beleuchtet eine neue, attraktiv gestaltete Wanderausstellung, die der Geschichtsverein Nierstein e.V. ab Freitag, 18. März 2022, in der Riesling-Galerie des Niersteiner Rathauses, Bildstockstraße 10, zeigt.

Die Ausstellung „Der gescheiterte Friede. Die Besatzungszeit 1918-1930 im heutigen Rheinland-Pfalz“ entstand unter Mitwirkung zahlreicher lokaler Archive, Museen und Bibliotheken unter der Federführung der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz und des Institutes für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V. (IGL). Bisher ist die Erinnerung an diese Besatzungszeit geprägt von Konflikten und nationalistischer Propaganda im deutsch-französischen Verhältnis und vom weitgehenden Vergessen der Anwesenheit amerikanischer Truppen bis 1923.

Dagegen setzt die Ausstellung neue Akzente: Sie nimmt nicht nur die bis 1930 andauernde französische Besatzung, sondern auch die amerikanische Besatzung von 1918-1923 an der Mosel in den Blick, zeigt die vielfältigen Belastungen, unter denen Deutschland wie auch Frankreich nach dem furchtbaren Weltkrieg litten, aber auch die versöhnlichen Entwicklungen, selbst wenn ein dauerhafter Friede erst nach 1945 realisiert werden konnte. Ergänzend zu dieser Wanderausstellung hat der Geschichtsverein eine kleine Sammlung mit Niersteiner Archiv-Materialien zusammengestellt.

Zur Eröffnung am Freitag, 18. März 2022, um 19 Uhr, wird Dr. Ute Engelen, Historikerin am Mainzer Institut für Geschichtliche Landeskunde, in die Ausstellung einführen. Die Veranstaltung findet unter Beachtung der geltenden Corona-Regel 2Gplus statt. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 14. April 2022 während der Öffnungszeiten der Riesling-Galerie (Montag, Dienstag, Donnerstag 09:00 - 12:30 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr, Freitag 09:00 - 12:00 Uhr, Mittwoch geschlossen).

 

Ein französischer Soldat zu Pferd in der Neuen Schmiedgasse.
Foto: Archiv Hans-Peter Hexemer

     

     

Arbeitskreis Kornsand

GVN

Aufruf zur Kornsandgedenkstunde am Montag, 21. März 2022

Am 77. Jahrestag des NS-Verbrechens auf dem Kornsand lädt der Arbeitskreis Kornsand zur jährlichen Gedenkfeier am rechtsrheinischen Mahnmal ein.

Die Ansprache hält in diesem Jahr der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen, Dieter Burgard. Musikalisch wird die Gedenkstunde von der Riedstädter Musikwerkstatt begleitet.

Der Arbeitskreis Kornsand erinnert jährlich in Zusammenarbeit mit den Städten Nierstein, Oppenheim, der Gemeinde Trebur und den Geschichtsvereinen am Gedenkstein an das NS-Verbrechen der letzten Kriegstage.

Am 21. März 1945 wurden in der Nähe der Anlegestelle der Rheinfähre Cerry und Johann Eller, Jakob Schuch, Nikolaus Lerch, Georg Eberhardt aus Nierstein und Rudolf Gruber aus Oppenheim von fanatisiertem Führungspersonal des untergehenden NS-Regimes ermordet. Die sechs rheinhessischen Hitler-Gegner wurden brutal misshandelt, mussten ihre Gräber ausheben und wurden anschließend im Angesicht ihrer bereits befreiten Heimat von einem 18-jährigen Leutnant der Nazi-Wehrmacht kaltblütig ermordet.

Durch die Erinnerung an solche Mordtaten besteht die Chance, dem Vergessen Einhalt zu gebieten und rechtsradikale Unbelehrbare in die Schranken zu weisen. Deutsche Geschichte der Nazizeit ist vor allem Tätergeschichte. Daran erinnern wir am Kornsand.

Die Veranstaltung findet am Montag, 21. März 2022, um 18 Uhr am Gedenkstein statt. Wir treffen uns am Kornsand, damit wir nicht vergessen und nicht verdrängen. Wir stehen in der Tradition derer, die auf den Gedenkstein geschrieben haben:

Den Toten zum Gedächtnis,
den Lebenden zur Mahnung,
damit, was hier geschah,
sich nie wiederhole.

Den linksrheinischen Teilnehmern wird die Rheinfähre um 17.20 Uhr empfohlen.

Arbeitskreis Kornsand: Stadt Nierstein, Geschichtsverein Nierstein, Stadt Oppenheim, Oppenheimer Geschichtsverein, Gemeinde Trebur, Gesellschaft Heimat und Geschichte Trebur, Verein Jüdische Geschichte und Kultur im LK Groß-Gerau, Jugendprojekt “Gewalt hat eine Geschichte” und seinen Mitgliedern die Mitglieder Jochen Schmitt, Norbert Engel, Hans-Peter Hexemer, Susanne Bräckelmann,Joachim Allmann, Walter Jertz, Silke Rautenberg, Susanne Pohl, Jochen Engel, Monika Deja, Wolfgang Kraft, Walter Ullrich, Raimund Darmstadt, Johanna Stein, Angelika Arenz-Morch.

gez. Johanna Stein

     

     

„Zerschlagen wir die Bilder im Kopf und ersetzen sie durch Fakten!“

GVN

Liebe Mitglieder,

unsere erste diesjährige Veranstaltung am 27. Januar musste ja leider Corona bedingt abgesagt werden.

Nun haben wir mit Frau Trepp einen neuen Termin vereinbaren können. Die Lesung „Zerschlagen wir die Bilder im Kopf und ersetzen sie durch Fakten!“ findet nunmehr am Mittwoch, den 11. Mai 2022, um 19 Uhr in der AWO-Begegnungsstätte im Haus der Gemeinde statt. Bitte vermerken Sie sich den Termin schon in ihrem Terminkalender.

Interessierte können weitere Informationen und ein Interview unter folgenden Link zu einem Podcast bekommen.

https://www.wbg-wissenverbindet.de/aktuelles/blog/podcast/was-sagen-sie-dazu-42-was-tun-gegen-antisemitismus-mit-gunda-trepp-und-levi-israel-ufferfilge


"Was tun gegen Antisemitismus?" mit Gunda Trepp und Levi Israel Ufferfilge.
Rebekka Reinhard spricht mit der Juristin und Autorin Gunda Trepp und dem Rabbineranwärter am Zacharias Frankel College und Autor Levi Israel Ufferfilge in der neuen Folge des wbg Podcasts über Antisemitismus als ein Alltagsproblem in Deutschland heute und darüber, was wir alle tun können, dass lebendiges jüdisches Leben auch zukünftig hierzulande möglich ist.

     

     

Absage der Veranstaltung zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
„Zerschlagen wir die Bilder im Kopf und ersetzen sie durch Fakten!“

Liebe Mitglieder und Freunde,

mit neuem Briefpapier und Logo starten wir motiviert und zuversichtlich in unser Jubiläumsjahr und werden schon bei der ersten Veranstaltung des neuen Jahres von Corona ausgebremst.

Wir müssen zu unserem Bedauern die geplante Veranstaltung zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus „Zerschlagen wir die Bilder im Kopf und ersetzten die durch Fakten“ mit der Referentin Frau Gunda Trepp am 27. Januar 2022, 19 Uhr, im Haus der Gemeinde absagen.

Frau Gunda Trepp wollte aus ihrem neuen Buch „Gebrauchsanweisung gegen Antisemitismus“ vorlesen. Sie ist Autorin, lebt in San Francisco und Berlin, und hat für Zeitungen wie Spiegel, Welt und Berliner Zeitung gearbeitet. Sie ist die Witwe des in Mainz geborenen und von den Nazis verfolgten Landesrabbiners Prof. Leo Trepp, der sich zeitlebens für die Verständigung zwischen verschiedenen Religionen und Kulturen eingesetzt hat.

Die Referentin, die aus San Francisco auch zu weiteren Terminen Ende Januar in Deutschland anreisen wollte, hat von Veranstaltern bereits Absagen erhalten. Daher wird sie nun erst einmal nicht nach Deutschland reisen.

Ihr Angebot bei unserer Veranstaltung per Videoschalte zu sprechen, möchten wir aufgrund der aktuellen pandemischen Entwicklung ebenfalls nicht annehmen. Obwohl derzeit die Veranstaltung unter Beachtung der Corona Regeln möglich wäre, wollen wir doch vorsichtig sein und auf die Veranstaltung verzichten, um niemanden zu gefährden.

Daher verschieben wir die Veranstaltung. Frau Trepp wird - wenn alles gut geht - im Mai in Rheinland-Pfalz sein und wir werden versuchen, dann einen neuen Termin hinzubekommen.

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter Hexemer
(1. Vorsitzender)

     

     
     

Fortsetzung von "Aktuelles": Aktuell 2021